In der Diskussion der letzten Tage wird die Folter in Guantanamo und in Abu Graib immer als gegeben vorausgesetzt. Aber erinnern wir uns bitte zurück, welche Methoden hier zur Folter eingesetzt wurden. Zum Beispiel ein Verhör durch eine Frau. Oder das ein Koran das Klo runtergespült wurde oder natürlich der Schlafentzug und die DROHUNG mit körperlicher Folter.

Tatsächlich ist in diesen Gefängnissen meines Wissens kein einziger Fall von Folter, wie sie unter Saddam Hussein im Irak üblich gewesen sein mag, also das Brechen von Knochen, Blenden oder Tötung von Familienmitgliedern vorgefallen.

Daher glaube ich, daß es sich um Strategie der islamistischen Kämpfer handelt, wenn in jedem einzelnen Fall keinerlei körperliche Versehrtheit festgestellt werden kann, aber immer von Folter gesprochen wird. Kann es nicht sein, daß dieser Vorwurf genauso konzertiert vorgebracht wird, wie der green helmet man green helmet man auch immer in der Nähe von Zivilopfern im Nahen Osten auftaucht?

Diese Vorwüfre hätten einerseits natürlich den Vorteil, daß man einen weiteren Keil zwischen die USA und den übrigen Westen treibt und man sich so leichteres Spiel erhofft. Dies scheint eingetreten zu sein und zu funktionieren. Besonders wenn man sich die Vorwürfe der letzten Tage in den Medien anhört, wo ein Geständnis komplett ignoriert wird, weil die USA einen Terrorboss vor ein Militärgericht gestellt haben und den Medien kein Spektakel vor einem Zivilgericht geboten haben.

Andererseits wird damit der Begriff der Folter ein bisschen aufgeweicht. Dann hört es sich irgendwie nach Selbstverteidigung an, wenn wieder mal die Kinder einer israelischen Familie erschlagen werden während die Eltern zusehen.

Und zuletzt wird das gesamte westliche Wertesystem in Frage gestellt. Weil man davon ausgehen kann, daß ein Land in dem systematisch gefoltert wird, auch noch viel schlimmere Dinge passieren. Diese Vermutungen liesst und hört man laufend in diversen Foren.

Hier ist kein Wort mehr davon, daß das Rote Kreuz in Guantanamo Besuchsrecht hat. Das es dort ärztliche Versorgung gibt und daß jeder einzelne Fall von Gewalt gegen Gefangene mit strafrechtlichen Konsequenzen für die Wärter endet.

Im Gegenteil wird dann Phantasiert, daß in Wahrheit die USA noch mehr foltern, als es selbst die Gefangenen zugeben, trotzdem diese eindeutig ein Interesse daran haben, so viel oder mehr zu behaupten als sich zugetragen hat.

Ich bin gegen Folter. Aber was diesen Gefangenen angetan wird klingt mir nach Kinkerlitzchen im Gegensatz zu dem was den Soldaten „unserer“ Seite angetan wird, wenn sie im nahen Osten in Kriegsgefangenschaft geraten.

Die Strategie geht auf und wir sehen, wie das römische „Teile und herrsche“ im Medienzeitalter aussieht.